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Während einer Feierstunde im Rahmen der Ulrichswoche des Bistums Augsburg hat Bischof Bertram Meier im Haus Sankt Ulrich 21 Persönlichkeiten aus dem Bistum für ihr Engagement in Kirche und Gesellschaft ausgezeichnet.
Unter den Geehrten waren auch Sr. Animata Probst, die mit dem päpstlichen Ehrenzeichen „Benemerenti“ für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurde und Sr. Elisabeth Mack, die für ihren Einsatz für obdachlose Frauen die Ulrichsmedaille überreicht bekam.

In seiner Begrüßung wies Bischof Meier darauf hin, dass Kirche einem großen „Talentschuppen“ gleiche, in dem viele Frauen und Männer ihre Talente einbringen, und sich für eine friedlichere und gerechtere Gesellschaft mit hohem Engagement einsetzen. Deshalb seien die Menschen, die an diesem Samstag ausgezeichnet würden, für ihn eine Ermutigung, dass „das Schiff der Kirche nicht zum Kentern verurteilt war und ist“, so Bischof Meier.
Musikalisch gestaltet wurde der Festakt wunderschön von Cellistin Teresa Álvarez García und  Peter Bader am Flügel.

Lt. Bischof Bertram ist der Orden „Benemerenti“  der „Oscar“ unter den päpstlichen Würdigungen. Bischof Meier unterstrich die Verleihung des Ehrenzeichens an Sr. Animata mit folgenden Worten:
„Die Dillinger Franziskanerin Sr. Animata Probst, geboren 1931 in Fuchswinkel/Diözese Breslau, ist seit nahezu 70 Jahren in der Paramentenstickerei tätig. Als Meisterin leitete sie eine große Werkstatt für die Herstellung liturgischer Textilien: nicht nur, indem sie Entwürfe für Auftraggeber erstellte und ausführte, sondern indem sie von Anfang an auch künstlerisch eigenständig vorging. Außer mit Stoffen arbeitete sie immer schon mit unterschiedlichen Materialien wie Wachs, Holz und Leinwand. Tiefe franziskanische Spiritualität und unerschöpfliche Kreativität machten Sr. Animata zu einer geschätzten Anlaufstelle für Generationen von Priestern und Bischöfen, die sich unter ihrer Beratung Primizgewänder bzw. Mitren und Pontifikalien bei Regens Wagner in Dillingen anfertigen ließen. Selbst der Apostolische Nuntius und Papst Benedikt XVI. trugen liturgische Gewänder aus ihrer Werkstatt. Schon früh war sie eine gefragte Ausbilderin und gab ihr Wissen und ihr gestalterisches Können an zahlreiche Ordensfrauen und Laien weiter. Das Bistum Augsburg und zumal der Hohe Dom weiß sich im Besitz eines Bestandes an Messgewändern, der in bildlich-biblischer Aussage und festlicher, dabei schlichter Eleganz seinesgleichen sucht. Bis heute ist Sr. Animata künstlerisch aktiv und schafft Werke in ihrem unverwechselbaren Stil, zur Freude ihrer Mitschwestern und aller, die religiöse Kunst schätzen.“

 

Die Ulrichsmedaille wurde Sr. Elisabeth mit folgende Worten überreicht:
Sr. Elisabeth Mack, 1955 in München am Chiemsee geboren, hat bereits vor ihrem Eintritt in die Kongregation der Dillinger Franziskanerinnen (1985) praktische Erfahrungen als Gemeindereferentin in der Diözese München gesammelt. Nach einigen Jahren in der Krankenhausseelsorge Dillingen/Donau widmete sie sich dem Religionsunterricht und der Sakramentenpastoral in verschiedenen Augsburger Pfarreien. Neben den Kindern und Jugendlichen gehörte ihr Herz immer schon den sozial Benachteiligten, den an den Rand Gedrängten und gesellschaftlich Gestrandeten. Als Straßenseelsorgerin in der PG Oberhausen-Bärenkeller fühlte sie sich besonders für die Schwächsten, die obdachlosen und von Sucht und Gewalt bedrohten Frauen, verantwortlich und gründete einen Treffpunkt für Frauen in Not, den sie bis zu ihrer Pensionierung im Februar 2021 leitete. Innerhalb weniger Jahre hat sich der „Frauentreff Lea“ in unmittelbarer Nähe der Pfarrkirche St. Josef zu einer festen Anlaufstelle entwickelt und bietet heute unter dem Dach der Caritas neben einem täglichen Mittagessen und einer Kleiderboutique auch Wohnmöglichkeiten zur Stabilisierung der Klientinnen an. Damit hat Sr. Elisabeth in die Tat umgesetzt, was das Kennzeichen der Jünger/innen Christi ist: „Was Ihr für eine/n meiner geringsten Schwestern und Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Mt 25,40)

Mit einer feierlichen Dankvesper in der Basilika St. Ulrich und Afra endete die Feier. In seiner Ansprache nutzte Bischof Meier nochmal die Gelegenheit, die 21 geehrten Persönlichkeiten aus Kultur, Politik, Gesellschaft, dem kirchlichen Leben, Medien und Gesellschaft als „Perlen der Kirche“ zu bezeichnen, die ein buntes Panorama der Diözese Augsburg abbilden würden.

Wir freuen uns mit Sr. Animata und Sr. Elisabeth über diese hohen  Auszeichnungen und gratulieren von Herzen.

Lesen Sie dazu auch auf den Internetseiten der Provinz Maria Medingen,  Regens-Wagner-Provinz und der Diözese Augsburg

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