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Dankbar und mit großer Freude feierten die Schwestern, die vor 50, 60,65 und 70 Jahren ihre Profeß abgelegt hatten, einen feierlichen Dankgottesdienst in der Klosterkirche in Dillingen. Nach der Begrüßung durch Generaloberin, Sr. Roswitha, las Generalvikarin, Sr. Elisabeth, aus dem Professbuch vor, wie viele junge Frauen vor 65, 60, 50 und 25 Jahren in den verschiedenen Provinzen weltweit ihre Erstprofess gefeiert hatten.

Im Jahr 1938 hat unsere Kongregationsleitung dieses Professbuch anlegen lassen und dabei die Mitschwestern rückwirkend ab dem Jahr 1876 erfasst. Es ist bewegend, unseren Mitschwestern der letzten 143 Jahre darin begegnen zu dürfen.

Dem Gottesdienst stand P. Norbert Lauinger  SAC vor, der die Jubilarinnen auch durch die Woche der Exerzitien begleitet hatte. Konzelebrant war P. Marcus Klemens MSC, der seit seiner Kindheit mit den Dillinger Franziskanerinnen verbunden ist.

P. Lauinger sagte in seiner Predigt, dass bei einem Abschied wesentliches gesprochen wird, gleichsam ein „letzter Wille“ demjenigen kundgetan wird, der zurück bleibt.
In seiner Abschiedsrede  im Johannesevangelium legt Jesus seinen Jüngern ans Herz, die Einheit zu wahren, wie sie uns in der Dreieinigkeit von Vater, Sohn und Heiligem Geist aufgezeigt wird. Trotz aller Spaltungen in der Kirchengeschichte, in unseren Gemeinschaften und im persönlichen Leben muss es uns immer wieder ein Anliegen sein, die Einheit zu suchen und zu leben. Dazu hilft uns eine innige Liebesbeziehung zu Gott, die sich im persönlichen Gebet und in der Treue ausdrückt.

Ausgehend von dem Text  „Meinst du wirklich, es lohnt sich?“ von P. Helmut Schlegl OFM gratulierte Generaloberin, Sr. Roswitha, mit folgenden Worten:

Liebe Jubilarinnen, Sie haben „ihr Boot losgebunden“ und sich dem „unendlichen Meer ausgeliefert, allein mit dem winzigen Ruder in ihren Händen“. Sie entschieden sich zu einem Leben bei uns Dillinger Franziskanerinnen. Vieles haben Sie gelassen, losgelassen um Ihren Weg in unserer Gemeinschaft zu gehen. Franziskus wurde und ist Ihnen Vorbild und Ermutigung in „ihrem einschwingen in den gewaltigen Rhythmus der Wellen“, in Ihrem Gehen in den Fußspuren des Herrn.

In den verschiedenen Stationen Ihres Lebens vertrauten Sie Gottes leiser Initiative. Sie haben SEINE Melodie gehört, SEINE Nähe gesucht, SEINER Zuwendung vertraut und sich SEINER Liebe anvertraut.

In Ihrem Leben finden sich viele Zeichen, die Sie an ermutigende Gotteserfahrungen erinnern und die immer noch geschehen. Sie „hören eine Melodie, die keiner kennt, der am Ufer bleibt.“ ER schenkte Zeit und Kraft Leben zu gestalten und zu entfalten, aber auch Konflikte durchzustehen.

Es lohnt, in unserem Alltag, im zwischenmenschlichen Geschehen, sensibel zu hören, denn Gott spricht immer wieder zu uns durch menschliche Botinnen und Boten und rührt in unscheinbaren Alltagsbegegnungen an unser Herz.

Und sicher konnten und können Sie auch erfahren, dass sie mit leeren Händen und ohne Erfolge, oft bei zu vielen Pflichten und Aufgaben von IHM gehalten sind.

(…) Sie haben auf Ihrem langen Weg Gottes leiser Initiative und Ihrem Wagemut vertraut, wo manch ausgestreuter Same durch diese lange Reifezeit, mit manchen Stürmen und Kämpfen reiche Frucht trägt.

Die überwältigenden Zeichen seiner Nähe und Seiner Verheißung berühren und ermutigen immer: „Fürchte dich nicht, du sollst leben“ (Richter 6,23). Fürchte dich nicht, denn ich habe dich ausgelöst, ich habe dich beim Namen gerufen, du gehörst mir. … (Jes 43,1).

Warum also fragen, ob es sich lohnt?

Wir, Ihre Mitschwestern, unsere Kongregationsgemeinschaft gratulieren Ihnen von Herzen und wir danken Ihnen für so Vieles.“

Nach der offiziellen Gratulation und dem obligatorischen Fototermin trafen sich die Jubilarinnen mit den geladenen Gästen im Refektor des Mutterhauses und setzten die Feier bei einem schmackhaften Mittagessen fort.
Es war ein froher und frohstimmender Tag, an dem vor allem der Dank an Gott und die Freude über die je eigene Berufung und an der Gemeinschaft im Vordergrund stand.

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