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Die Kongregation der Dillinger Franziskanerinnen ist seit Jahrzehnten in der Landpastoral der Katholischen Kirche (CPT, Commissão Pastoral da Terra) der Diözese João Pessoa tätig. Das Gebiet um die Gemeinde Pau Apique ist ein “Landkonflikt-Gebiet“, in dem die dort lebenden Familien darum kämpfen, rechtmäßig ein Stück Land zugesprochen zu bekommen. Da es ihnen verboten ist, in dem Gebiet, in dem sie leben, Nahrungsmittel zum Eigenverbrauch anzupflanzen, haben sie keinerlei Lebensgrundlage. Gerade in der jetzigen Situation der Pandemie, verschärft sich die Situation noch, insbesondere für die Familien, von denen keines der Familienmitglieder ein Einkommen hat. Sie bekommen keinerlei staatliche Unterstützung, benötigen aber dringend Lebensmittel und Hygieneartikel sowie Reinigungsmaterial.

 Die „Commissão Pastoral da Terra“ (CPT) wurde im Jahr 1975 von einer Gruppe von Bischöfen, Priestern und Laien als Antwort auf zunehmende Landkonflikte von Großgrundbesitzern und Kleinbauern gegründet. Die CPT sieht ihren Auftrag, die Landarbeiter*innen und deren Familien darin zu unterstützen, ihr Leben eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen und für ihr Recht auf Land und Wasser zu kämpfen. Dies geschieht durch solidarische, ökumenische und geschwisterliche Bildung. Im Nordosten begann die Aktivität der CPT im Jahr 1988. Bereits im Jahr 1986 begannen die Dillinger Franziskanerinnen der nordostbrasilianischen Provinz „Província Franciscana Maria Medianeira das Graças“ in Areia, im Bundesstaat Paraíba, ihre Tätigkeit in der damaligen Landpastoral, später dann in der CPT.

Die „Commissão Pastoral da Terra“ ist ein Organ der Brasilianischen Bischofskonferenz CNBB.

Die Dillinger Franziskanerin Sr. Albertina Ferreira da Costa, OSF ist seit Jahrzehnten in der Landpastoral der Katholischen Kirche (Commissão Pastoral da Terra) der Diözese João Pessoa tätig. Sie berichtet von den Landlosen in der Gemeinde Pau Apique: Es ist ein „Landkonflikt-Gebiet“. Die Landgemeinde Pau Apique liegt im Landkreis São João dos Ramos im Bundesstaat Paraíba. Es ist eine Landgemeinde mit etwa 120 Familien. Sie leben auf einem relativ großen Areal eines Großgrundbesitzers. Die Landarbeiter arbeiten für einen geringen Lohn, wenige Monate im Jahr, für den Großgrundbesitzer in der Viehzucht und im Anbau von Zuckerrohr. Nebenbei müssen sie eine hohe Pacht für ihr eigenes Stück Land bezahlen. Einigen Familien wurde sogar verboten, Lebensmittel zum Eigenbedarf anzubauen. Mit dieser Situation unzufrieden, schloss sich ein Großteil der Familien zusammen, um ihr Recht auf Landbesitz einzufordern. Dies ist nach dem Brasilianischen Recht möglich, da sie bereits seit Generationen auf dem Land leben.

Mit Unterstützung der CPT begannen rund 70 Familien in Pau Apique, das ihnen rechtlich zustehende Stück Land einzufordern. Dabei erfahren sie oft Bedrohung und Ungerechtigkeiten: Arbeiter wurden aus fadenscheinigen Gründen festgenommen und inhaftiert, psychische und physische Gewalt der Großgrundbesitzer gegenüber den Landarbeitern, Aussetzung eines Kopfgeldes auf den Tod einiger Landarbeiter, die sich engagieren, … So unterstützt die „Commissão Pastoral da Terra“ die Kleinbauern nicht nur pastoral, sondern vermehrt juristisch.

In dieser Zeit der Pandemie haben diese Familien noch zusätzlich Schwierigkeiten. Durch die Einschränkungen der Großgrundbesitzer und den juristischen Schwierigkeiten, können die Landarbeiter für den Eigenbedarf ihrer Familien nur sehr wenig oder gar nichts mehr anbauen. Daher suchen sich viele zeitweise eine Arbeit in den umliegenden Städten. Mit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie ist dies nun nicht mehr möglich. Alle sind gezwungen zu Hause zu bleiben. Das trifft insbesondere die Familien hart, von denen kein Familienmitglied ein Einkommen hat. Sie benötigen dringend Lebensmittel und Hygieneartikel sowie Reinigungsmaterial.

Erforderlicher Etat:                                       

1 Lebensmittelpaket und 1 Hygiene-Kit               für eine Familie kostet 31 Euro

Für 70 Familien sind es insgesamt 2.170,00 Euro

Alle Familien in Pau Apique sind momentan und so lange die Pandemie dauert, sehr bedürftig. Es ist an der Zeit, dass wir uns mit diesen mutigen und leidenden Menschen solidarisch erklären, damit sie diese Zeit der Krise gut überstehen können.

Die „Commissão Pastoral da Terra“ begleitet im Bundesstaat Paraíba 409 Gemeinden von Landarbeitern (Ansiedlungen von Kleinbauern, Landlosen-Lager und Konfliktgebiete) mit insgesamt 21.076 Familien bei ihrem Kampf um ein Stück rechtmäßiges Land, um sich ihr Leben und das Überleben ihrer Familie zu sichern.

Eines Tages werden diese Familien Land besitzen und in Freiheit leben können. Unterstützen wir sie dabei!

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